Unser Zero-Waste-Auftrag hört natürlich nicht bei unserem Shop auf. Wir möchten unseren Nachhaltigkeitsgedanken bis in die hintersten Stadtecken teilen und so zugänglich wie möglich machen. 

Heute tauchen wir in die digitale Welt ein. Fast alle haben heutzutage ein Smartphone, vollgepackt mit praktischen Apps, die das Leben erleichtern und verschönern sollen. Warum also nicht auch etwas Gutes damit tun? Wir haben für euch sieben Apps herausgesucht, die euch helfen, euer Leben noch nachhaltiger zu gestalten.

Food Waste: Too good to go

Schon lange kein Geheimtipp mehr, aber diese App darf in unserer Liste nicht fehlen. Die Mission von “Too good to go” ist so simpel wie genial: Lebensmittel retten, Food Waste reduzieren. 2016 gegründet, ist TGTG in der Zwischenzeit der weltweit grösste Busines-to-Consumer-Anbieter für übrig gebliebenes Essen.

Ziel: Lebensmittelverschwendung reduzieren

So geht’s: Supermärkte, Bäckereien, Restaurants – jegliche Betriebe, die Essen verkaufen oder zubereiten – haben abends Essensreste und Nahrungsmittel, die sie wegwerfen müssen. Genau hier setzt TGTG an: Statt das Essen zu entsorgen, melden die Betriebe an, wie viele Portionen zu haben sind, die von Konsument*innen zu einer bestimmten Zeit abgeholt werden können – zu einem günstigeren Preis. In der App kannst du deinen Standort und auch deine Präferenzen angeben. Es wird dir dann angezeigt, wo du in der Nähe Essen retten kannst. Der Anbieter bekommt noch etwas Geld und im besten Fall sogar noch neue Kundschaft, die Konsument*innen ein leckeres Essen für weniger Bares und es wurde kein Essen weggeschmissen. Win-Win-Win also!

Kosten: Die App ist kostenlos. Essenspakete gibt es bereits ab CHF 4.90

Lyfa-Bewertung: 5/5 Mehrwegbecher. Knapp 3.5 Millionen Mahlzeiten wurden gerettet, 1.4 Millionen Menschen nutzen das Angebot allein in der Schweiz. Wie zuvor erwähnt: Win-Win-Win!

Food Waste: Beste Reste

Auch aus dem Bereich Food stammt die „Beste Reste“-App. Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat vor einigen Jahren die Initiative “Zu gut für die Tonne” ins Leben gerufen mit dem Ziel für einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren und deren Verschwendung zu reduzieren. Die dazugehörige App “Beste Reste” hilft bei der Resteverwertung zu Hause. 

Ziel: Auch hier, mehr Wertschätzung, weniger Lebensmittelverschwendung

So geht’s: “Beste Reste” enthält mittlerweile an die 750 Rezepte, um aus übrig gebliebenen Lebensmitteln leckere Gerichte zu zaubern. Diese stammen nicht nur von unzähligen Hobbyköchen, sondern auch von Sterne- und Promiköchen wie zum Beispiel Johann Lafer oder Tim Mälzer. In der App lassen sich bis zu drei Zutaten eingeben (auf der Website mehr!) und du bekommst dann diverse Rezeptvorschläge mit genauer Anleitung.

Ausserdem bietet die App praktische Tipps zur richtigen Aufbewahrung, Lagerung und Haltbarkeit von Lebensmitteln.

Kosten: Die App ist kostenlos.

Lyfa-Bewertung: 4 von 5 Mehrwegbecher. Punktabzug gibt es für die auf drei begrenzte Anzahl Zutaten, die man eingeben kann.

Klimaschutz: Earnest

Klimaschutz? Ja, gerne! Aber wo anfangen? Die deutsche App Earnest hilft dir deinen Strom- und Wasserverbrauch zu Hause im Auge zu behalten und ganz easy Ziele und Challenges für deinen Alltag festzulegen und zu verfolgen. Bei jeder erfolgreich abgeschlossenen Challenge bekommst du Punkte, die du wiederum dafür einsetzen kannst, dass Earnest für dich Bäume pflanzt. 

Ziel: Earnest’s selbst ernanntes Ziel ist “Einfach mal machen” – und zwar den CO₂-Footprint reduzieren.

So geht’s: Als Erstes kannst du deinen Stromverbrauch berechnen, in dem du die von Earnest gestellten Fragen beantwortest. Auch ein Geräte- und Mietnebenkostencheck sollen dir helfen, nicht nur Kosten zu sparen, sondern auch die Umwelt zu schonen. Unter “Coach” findest du Quizzes, die dir auf spielerische Art spannendes Wissen rund um das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit vermitteln. Deine Ziele kannst du dann in den “Challenges” festhalten und Punkte verdienen, die du gleich wieder dafür einsetzen kannst, dass Earnest für dich einen Baum pflanzt.

Kosten: Die App ist kostenlos.

Lyfa-Bewertung: 4 von 5 Mehrwegbecher. «Nur» vier Becher, weil die App auf Deutschland ausgerichtet ist, was man unter anderem beim Mietnebenkostencheck merkt. Ansonsten: Toll!

Klimaschutz: Ecosia

Ecosia ist ein sogenanntes “Social Business” – eine Kreuzung aus einem gemeinnützigen und einem gewinnorientierten Unternehmen. Statt ihre Gewinne dem CEO auszuzahlen, werden diese für Aufforstungsprojekte eingesetzt und es ist zudem komplett transparent, wo das Geld hinfliesst. Die Suchmaschine existiert nicht nur als App, sondern kann auch als Browser-Erweiterung für “Chrome” installiert werden.

Ziel: Bäume auf der ganzen Welt pflanzen.

So geht’s: Ecosia ist nichts anderes als eine Suchmaschine, mit deren Nutzung du aber automatisch etwas Gutes für die Umwelt tust. Wie jede andere Suchmaschine verdient Ecosia sein Geld durch Klicks auf Werbeanzeigen, die über den Suchergebnissen erscheinen – ihr Partner ist Bing, welcher auch den Grossteil finanziert. Mit etwa 45 Suchanfragen finanziert sich das Pflanzen eines Baumes (unabhängig wie oft auf eine Werbeanzeige geklickt wurde) und eine Suchanfrage neutralisiert 1 kg CO₂. Die Nutzer*innen können durch monatlich zur Verfügung gestellte Finanzreports nachvollziehen, wo das generierte Geld eingesetzt wird.

Kosten: Sowohl die App als auch die Browser-Erweiterung sind kostenlos.

Lyfa-Bewertung: Volle Punktzahl, 5/5. Klimaschutz für alle, ohne wirklich was zu tun.

Einkaufen: Codecheck

Auch diese App ist schon lange kein Insider mehr, aber ein absolutes Must-Have auf jedem Smartphone und beim Einkaufen. Codecheck zeigt dir, welche Inhaltsstoffe in einem Produkt drin sind, ob es unbedenklich ist und zu deinem Lebensstil passt. Die Bewertungen stammen von diversen Experten und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und das Wichtigste: Die App ist trotz Werbepartnern unabhängig. 

Ziel: Transparenz beim Einkaufen schaffen, allfällige Schadstoffe sichtbar machen

So geht’s: Die App hat einen integrierten Scanner, mit welchem du Barcodes auf Lebensmitteln und Kosmetika scannen kannst. Ist das Produkt im System hinterlegt, erscheint eine Auflistung mit den Inhaltsstoffen und ein Bewertungskreis. Grün steht für unbedenklich, rot zeigt negative Eigenschaften an. Legst du dein Profil an, kannst du auswählen, welche Inhaltsstoffe du vermeiden möchtest – zum Beispiel Mikroplastik oder Palmöl – und kannst deine Lieblingsprodukte abspeichern. Wiederum kannst du auch Bewertungen schreiben und noch nicht registrierte Produkte hinterlegen. Das Team überprüft dann die Eingabe. 

Kosten: Die App ist kostenlos. Für CHF 15/Jahr wird die Pro-Version freigeschaltet, die werbefrei und offline zugänglich ist. 

Lyfa-Bewertung: 5/5 Mehrwegbecher. Die App ist ein krasser Augenöffner und sollte von jedem mal getestet werden. Viele Produkte werden erfahrungsgemäss dann plötzlich lieber im Regal stehen gelassen, als in den Einkaufskorb zu wandern.

Allrounder: Global Citizen

Die Plattform Global Citizen ist nicht hauptsächlich auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz ausgelegt, aber widmet sich aktuellen und dringenden Themen, wie Bildung, Gesundheit, Umweltschutz und Gleichberechtigung. GC richtet sich dabei nach den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Du darfst jeweils selbst entscheiden, welche Themen dir besonders am Herzen liegen und bei diesen Projekten mitmachen.

Ziel: Eine gerechte und nachhaltige Welt für alle Menschen.

So geht’s: Welche Themen für dich relevant sind, kannst du in der App als Erstes anwählen. Unter diesen Kategorien findest du nun aktuelle Aktionen, Projekte, Petitionen und Challenges, bei denen du teilnehmen kannst. Manchmal ist es nur ein Quiz, um sich Informationen anzueignen, dann wiederum kannst du eine Petition unterschreiben oder einen Tweet absetzen. Global Citizen hat alles vorgefertigt, es ist also wirklich supereasy und meist nur ein Knopfdruck, um etwas beizutragen. Das Beste: Die gesammelten Punkte kannst du dazu nutzen, um Konzert-Tickets und Produkte zu gewinnen oder Rabatt auf gewisse Dienstleistungen zu erhalten. Aktuell kannst du The Weeknd und Trevor Noah-Karten gewinnen.

Kosten: Die App ist kostenlos.

Lyfa-Bewertung: 4 von 5 Mehrwegbecher. Die App ist übersichtlich aufgebaut und vermittelt sehr viel Wissen und Aufklärung. Das Punktesystem ist clever, weil man sich mit unglaublich wenig Aufwand Rewards holen und Preise abstauben kann. Deswegen auch der Punkteabzug: Es besteht die Gefahr, dass man nicht ganz so bei der Sache ist und das Bewusstsein etwas verloren geht. Ansonsten: Super!

Geld: Neon Green

Das Schweizer Start-up Neon will den Bankenplatz revolutionieren und bietet nebst einem “normalen” Konto auch ein “grünes” Konto, mit welchem man seine CO₂-Ausgaben digital kompensieren und natürlich auch in nachhaltige Projekte investieren kann. Dafür hat sich die Smartphone-Bank mit myclimate und der Partnerbank Hypothekarbank Lenzburg zusammengetan. 

Ziel: Eine günstige Konto-App, die schnell und unabhängig – und auch noch nachhaltig – ist!

So geht’s: Mit der Neon-App lässt sich innert weniger Minuten ein Konto eröffnen – schneller geht’s wohl kaum vor Ort bei einer anderen Bank. Nachdem man seine Angaben eingegeben hat und die Identität geprüft wurde, kann man aussuchen, was für ein Konto man eröffnen möchte: Das pinke neon free oder das grüne neon green. Die Namen verraten schon ein wenig, dass das Zweite, die von uns getestete Variante ist. Mit neon green erhältst du für CHF 5 monatlich ein Schweizer Konto, eine Mastercard, zwei Abhebungen pro Monat und Google, Apple und Samsung Pay (das bekommst du bei neon free auch alles). Alles läuft über die sehr übersichtliche App. Zusätzlich ist dein Konto aber CO₂-kompensiert. Für jede CHF 100, die du mit deiner Karte ausgibst, pflanzt neon einen Baum – plus fünf weitere jeden Monat. Somit hast du bereits den jährlichen CO₂-Verbrauch pro Schweizer*in kompensiert. 

Kosten: Die App ist kostenlos, das Konto neon free auch. neon green kostet dich CHF 5 monatlich.

Lyfa-Bewertung: 4 von 5 Mehrwegbecher. Noch besser fänden wir, wenn es gar keine Alternative zum grünen Konto gäbe.

Wiedergutmachung: Ökobeichtstuhl (Bonus)

Ursprünglich war der Ökobeichtstuhl ein interdisziplinäres Projekt des Instituts für Umwelt und Natürliche Ressourcen der ZHAW in Wädenswil. Er ist sowohl eine App als auch ein begehbares Objekt, haptisch und in Farbe. Mit einem Augenzwinkern zeigt er auf, welche Auswirkungen deine Verhaltensweisen auf die Umwelt haben und mit welcher Aktion du diese wiederum kompensieren kannst. Die wissenschaftlichen Berechnungen dazu hat die ZHAW selbst gemacht. 

Ziel: “Beichte deine Ökosünden und erfahre, wie du mit guten Taten nachhaltiger lebst!”

So geht’s: In der App kannst du deine Sünden in Kategorien aufgeteilt beichten: Geiz, Faulheit, Gefrässigkeit, Neid, Eitelkeit, Zorn oder Vergnügungssucht? Versuchen wir es doch mal mit Neid. Eine der möglichen Sünden, die es vorschlägt: “Hehe, ich habe meine Sneakers extra kaputt gemacht, damit ich die neuen kaufen kann, die jetzt alle tragen.” Oje! Nach der Beichte folgt eine Information passend zu deiner Sünde und du darfst deine gute Tat wählen. Die Kompensation hat es in sich. Du kannst etwa deine Jeans die nächsten acht Jahre nur noch alle zwei Wochen waschen (!). Oder die nächsten sieben Bücher auf dem Flohmarkt shoppen? Du hast die Wahl.

Kosten: Die App ist kostenlos.

Lyfa-Bewertung: 5 von 5 Mehrwegbecher. Die App ist witzig, vielseitig und ein Fingerzeig mit einem Augenzwinkern. Übrigens: Der echte Ökostuhl steht in der Umweltarena in Spreitenbach und kann zweimal jährlich auch gemietet werden. 

Welche App fehlt hier noch für dich? Wir freuen uns über deine Tipps.

Nutzt du schon eine dieser Apps, oder sogar mehrere? Welche App fehlt hier noch für dich? Wir freuen uns über deine Tipps in den Kommentaren!

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