Zero-Waste-Vorurteile Blogbeitrag

Wir bei Lyfa stossen immer wieder auf dasselbe Stigma und nervige Vorurteile: Dass Zero-Waste viel zu teuer und nur etwas für die obere Schicht ist, die Tesla fährt und auf dem Bio-Bauernhof einkauft. Und sowieso sei das Einkaufen und damit verbundene darauf achten viel zu zeitaufwendig. Falsch! Das ist im Jahr 2021 definitiv nicht (mehr) so. Wir revidieren fünf Vorurteile für euch und verraten dir, wieso Zero-Waste nicht mehr zu ignorieren ist.

Dass Zero-Waste gar nicht so kompliziert ist, haben wir in den letzten Beiträgen bereits thematisiert. Sogar für Familien mit Kleinkindern ist es mit etwas Planung machbar! Trotzdem treffen wir immer wieder auf Vorurteile in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und grünem Lebensstil im Allgemeinen. Das Umdenken gestaltet sich als schwierig.

Beispiele gefällig? Hier fünf Vorurteile und Aussagen, die uns oft zu Ohren kommen.

“Ich bin Student*in, ich kann mir Zero-Waste nicht leisten!”

Jein. Das mag in Einzelfällen so sein, ist aber heute mehrheitlich nicht mehr so. Im Gegenteil: Man spart sogar Geld! Es gibt da zwei Faktoren zu unterscheiden.

Der Erste ist die Qualität des Produktes: Eigentlich ist das “Zero-Waste” an sich gar nicht teuer, sondern das Produkt dahinter. Zero-Waste geht vielfach mit Bio-Qualität einher, die natürlich kostspieliger ist, wie ein Lebensmittel, welches nicht dieses Güte-Siegel vorweisen kann. Es gibt aber immer öfters sowohl Bio- als auch Non-Bio-Produkte, die in einer nachhaltigen Verpackung stecken.

Nehmen wir ein Beispiel aus der Damenwelt: Je nach Stärke der monatlichen Menstruation nutzt eine Frau eine halbe bis ganze Packung Tampons à 40 Stück für etwa CHF 5.50. Das macht pro Jahr also ungefähr CHF 70.-, wohl eher mehr, Binden und Slipeinlagen nicht eingerechnet. Eine Menstruationstasse gibt es bereits ab CHF 25.-. und ist immer wieder verwendbar. Schon hat Frau etwa CHF 50.- gespart!

Bild Unsplash Claudio Schwarz

Ein weiteres Spar-Beispiel: 

Für ein neues Rezept benötigst du eine Zutat, die du noch nicht hast und wahrscheinlich auch nicht mehr häufig brauchen wirst. Wie ein Gewürz, Nüsse oder ein Öl. Statt die Nüsse in einer Einzelverpackung zu kaufen, die nach dem Aufreissen im Schrank schlecht werden, kaufst du genau die Menge, die du brauchst – nachhaltig im Mehrwegbehälter. Du produziert kein Food-Waste und hast erst noch Geld gespart.

Zero-Waste lohnt sich also durchaus für die Brieftasche.

“Zero-Waste-Produkte sind sehr eintönig.”

Das ist Quatsch. Auf seine Umwelt zu achten und Nachhaltigkeit zu leben, heisst nicht, dass man nur Tofu und Gemüse essen und Hahnenwasser trinken darf. Du kannst auch Fleisch unverpackt kaufen und weiterhin in deinem liebsten China-Restaurant deine Frühlingsrollen holen. Im Lyfa-Shop gibt es auch Schokolade, Süssigkeiten und Bier zu bestellen. 

Für Abwechslung kannst du also ohne Weiteres sorgen.

Beim Einkaufen auf Einzelverpackungen zu verzichten ist viel zu kompliziert!”

Jein. Es ist wahr, dass der Einzelhandel verhältnismässig noch zu wenig Auswahl hat, was Verpackungen angeht. Komplett auf Mehrweg umzustellen ist auch für die Lieferanten relativ kostspielig, heisst es immer wieder. 

Aber: Das Angebot passt sich der Nachfrage an, die immer grösser wird. Und deswegen passiert einiges im Schweizer Detailhandel.

Die Migros testet seit letztem Herbst in einzelnen Filialen Abfüllstationen für Bio-Lebensmittel wie Nüsse, Haferflocken und Teigwaren an und konnte bereits über 40’000 Einzelverpackungen einsparen. Das Projekt sei bei den Kunden so beliebt, dass 2021 immer mehr Filialen dazukommen sollen (Quelle: Migros).

Auch Coop schläft nicht: In der Nordwestschweiz stehen in ausgewählten Filialen Abfüllstationen für Mineralwasser und Bier, Schritt für Schritt wird das Bio-Gemüse mit Aufklebern und Elastitags (Gummibänder) gekennzeichnet statt in Plastik verpackt (Quelle: Coop). Warum Bio-Ware oft extra verpackt ist, erfährst du übrigens in unserer Box.

Nicht zu vergessen: Die kleineren Unverpackt-Läden spriessen überall aus dem Boden und haben ein immer grösseres Angebot an Konserven und Produkten, die man offen statt in Einwegverpackungen kaufen kann. Auch hier: Bring your own Behältnis! Wo in deiner Nähe sich ein Shop befindet, kannst du hier nachlesen (die Liste wird laufend aktualisiert).

Dir fehlt grundsätzlich die Zeit zum Einkaufen? Auch kein Problem! Lyfa liefert dir im Raum Basel mit dem Fahrrad verschiedene (natürlich unverpackte) Produkte direkt nach Hause. Übrigens: Wir sind guter Dinge, dass wir euch Lyfa bald in der ganzen Schweiz anbieten können!

Zero-Waste einkaufen ist gar nicht so kompliziert, stimmt’s?

Hast du das gewusst?

Ist dir auch aufgefallen, dass bei den Grosshändlern oft die Bio-Früchte (wie z. B. Äpfel) in einer 6er-Plastikkombo stecken? Hat leider einen Grund: So will man für die Kundschaft die Bio-Qualität sicherstellen (und sich etwa Bio- und Nicht-Bio nicht vermischen können), aber auch vermeiden, dass Bio-Früchte bewusst als “normale” Früchte gewogen und gekauft werden. Eine viel bessere Lösung, wie etwa mit den oben genannten Elastitags, ist bereits in Umsetzung. Gut so!

«Der Zero-Waste-Supermarkt Lyfa ist bestimmt sehr teuer.» 

Hier gibt’s ein klares Nein! Es fängt schon mal damit an, dass die Lieferung bereits ab CHF 30.- bzw. 80.- (Agglomeration Basel) Warenwert für dich kostenlos ist. 

Zudem können wir unsere Preise sehr konkurrenzfähig zu den Big Playern gestalten.

Warum? Zum einen gibt es uns “nur” online, wir sparen uns also eine Ladenmiete und haben stattdessen ein Lager. Ausserdem lassen wir uns viel Zeit bei der Suche nach Produzenten, die unseren hohen Qualitätsstandards entsprechen, aber auch anständige Preise machen. Wir bestellen grosse Stückmengen und können auch da wieder sparen.

So können wir sicherstellen, dass auch Leute mit wenig Zeit und kleinem Budget hochwertig, nachhaltig, aber ganz unkompliziert bei uns bestellen können. 

Immer noch nicht überzeugt? Diese Produkte in unserem Shop sind sogar etwas günstiger als bei Coop:

Bio Couscous

Frucht Konfitüre

Bio Langkornreis

“Ich will auf gewisse Dinge nicht verzichten!”

Das musst du auch nicht! Es geht nicht darum, auf komplett alles zu verzichten, sondern umzudenken und mal irgendwo anzufangen. Menschen mit Zero-Waste-Mentalität finden sich in allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten. Die Grossfamilie, die den eigenen Garten bepflanzt und trotzdem einen Wagen fährt. Der Student, der mit dem Fahrrad zur Uni fährt und gerne Fleisch isst. Der CEO, der geschäftlich viel mit dem Flugzeug unterwegs ist und trotzdem unverpackt einkauft. 

In unserem letzten Blog-Post, haben wir dir zehn unkomplizierte Tipps, mit denen du starten kannst. Fang doch einfach mal mit einem Punkt an und steigere dich langsam. Nach wie vor finden wir: Less-Waste ist besser als gar kein Zero-Waste.

Was ist deine Umweltsünde? Auf welches Produkt kannst du überhaupt nicht verzichten? Erzähl uns davon! Wir wollen in einem unserer nächsten Beiträge Alternativen recherchieren und wollen wissen, wo du noch nach Inspiration suchst.

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