zero-waste Lyfa Gläser

Zero-Waste ist nicht bloss ein Schlagwort, dass gerade im Trend ist. Also, doch: Im Trend ist es sehr wohl. Aber hinter dem Ausdruck steckt eine Generation, eine neue Philosophie mit konkretem Ziel und Grundsätzen, die es umzusetzen gilt. Was genau Zero-Waste ist, warum es nicht nur etwas für Aussteiger*innen ist und auch Kleinvieh sehr wohl Mist macht, erfährst du im Folgenden.

“Null Müll”, “Null Verschwendung” bedeutet Zero-Waste aus dem Englischen übersetzt. Grob ist also bereits klar, worum es dabei gehen soll. Es handelt sich um einen nachhaltigen Lebensstil, welcher das Ziel verfolgt, möglichst wenig Abfall zu produzieren und keine Rohstoffe zu verschwenden. Es gelten die 5-R-Grundsätze, zu denen ich gleich noch kommen werde.

Widmen wir uns aber erst mal der Frage: Braucht es Zero-Waste wirklich?

Obwohl kein Tag vergeht, in welchem man auf Social Media und in den Nachrichten nicht mit Umwelt- und Klimaschutz konfrontiert wird, scheint das für viele Menschen immer noch kein sehr dringliches Thema zu sein. 

Müll ist ein solch wesentlicher Teil unseres Lebens, dass wir ihn oft nicht mal mehr wahrnehmen oder darüber nachdenken. Flüssigseife ist alle? Ab damit in den Müll, neue Flasche kaufen, hinstellen. Auf dem Heimweg noch schnell am Kiosk was zum Snacken kaufen? Kein Rucksack dabei, dann machts auch die Plastiktüte. Auch die landet dann bald im Müll.

Bild: Unsplash Jasmin Sessler

Und so passiert es, dass in der Schweiz auf eine/n Einwohner*in pro Jahr 701 kg Abfall gezählt werden. Fast die Hälfte davon (333 kg) landet in der Verbrennungsanlage und produziert Luftschadstoffe (Quelle: zerowasteswitzerland.ch). Gemäss Greenpeace toppen uns, was den jährlichen pro Kopf Abfall angeht, nur noch Dänemark, Norwegen, Neuseeland und die USA. 

701 kg Müll, das sind knapp 13,5 kg pro Woche respektive fast 2 Kilo täglich. Zwei Kilo Abfall generierst du gemäss Statistik JEDEN TAG! Ein Grossteil davon sind Einwegverpackungen, davon die meisten aus Plastik. Dieser vermüllt die Natur, gefährdet Tier und Mensch. Und belastet unser Klima, weil bei der Herstellung von Plastik ganz viel Fracking-Gas und -Erdöl genutzt wird. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. 

Das erste Fazit wäre also: JA, es braucht Zero-Waste!

Kommen wir nun zur nächsten Frage: Wie genau funktioniert Zero-Waste?

Blog zero-waste circular
Bild: Unsplash Matt Seymour

Als Vorreiterin des Zero-Waste-Lifestyles gilt Béa Johnson, welche seit 2008 mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen praktisch müllfrei in Kalifornien lebt. Der jährlich produzierte Müll ihrer Familie passt in ein 1-Liter-Einmachglas (!). Das hat mich erst einmal geschockt und dann sehr fasziniert.

Sie befolgt die einfache 5R-Methode, wobei vor allem drei davon Hauptakteure sind: Refuse, Reduce, Reuse/Repair, Recycle und Rot.

Refuse (zu Deutsch: Ablehnen/Verweigern)

Ablehnen, was du nicht brauchst: Denk darüber nach, welche Dinge unnötigerweise in dein Leben treten. Ein Kassenzettel an der Kasse, einen Wegwerfbecher im Café, einen Flyer im Briefkasten, einen Plastiksack im Laden. Lehne diese Dinge ab und hör auf, Sachen zu horten, die du nicht benötigst und ohnehin wegwerfen wirst.

Reduce (zu Deutsch: Reduzieren)

Reduziere, was du nicht ablehnen kannst: Benötigst du wirklich etwas, dann stelle Qualität vor Quantität und reduziere deinen Konsum. Muss wirklich etwas Neues gekauft werden, etwa eine Küchenmaschine, dann sorge dafür, dass sie gut ist und lange lebt. Nimm statt dem Auto auch mal das Fahrrad oder geh zu Fuss. Lass dir deine Nahrungsmittel von Lyfa in Mehrzweckbehältern liefern.

Reuse & Repair (zu Deutsch: Wiederverwenden & reparieren)

Verwende wieder oder repariere, was du nicht ablehnen und reduzieren kannst:

Grundsätzlich geht es darum, die Lebensdauer von all deinen Gegenständen zu maximieren und Dinge erst zu reparieren, bevor sie entsorgt werden. Benutze wiederverwendbare Behälter aus nachhaltigen Materialien (etwa Glas oder Metall), ersteigere etwas Secondhand oder gibt etwas weiter, was du selbst nicht mehr gebrauchen kannst.

Recycle (zu Deutsch dasselbe)

Recycle, was du nicht ablehnen, reduzieren oder wiederverwenden kannst: Es ist ein Irrglaube, dass es bei Zero-Waste hauptsächlich um das Recycling geht. Das Gegenteil ist der Fall: Dieses R kommt erst zum Einsatz, wenn alle anderen R’s gescheitert sind. Recycling heisst nichts anderes, als einen Gegenstand zu verändern, um etwas anderes daraus zu kreieren. Dazu braucht es wieder Ressourcen.

Rot (zu Deutsch: Verrotten)

In diesem Fall ist damit gemeint, den ganzen Rest zu kompostieren: In Béa Johnson’s Modell geht es darum, alle organischen Abfälle zu kompostieren, damit die zersetzten Nährstoffe zurück in den Boden fliessen.

Die Idee ist also nicht, komplett auf alles zu verzichten, sondern bewusster zu konsumieren, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen und Schlüsse daraus zu ziehen. Natürlich ist dieses Konzept am sinnvollsten, wenn es als kollektives Engagement eingesetzt wird. Das ist nicht ganz ohne. 

Woran hapert es?

Wie so oft scheitern die guten Vorsätze an der Umsetzung. 

Die Sensibilisierung und Begleitung von ALLEN ist ein grosses Stück Arbeit, welchem sich unter anderem der Verein “Zero Waste Switzerland” verschrieben hat. Nicht nur wir als Konsument*innen müssen unser Konsumverhalten überdenken, auch die Detailhändler*innen müssen mitziehen. Es bringt nichts, dass 95 % der (befragten) Bevölkerung bereit wäre, Produkte in Mehrwegverpackungen zu kaufen, die Schweizer Detailhändler*innen wie etwa Coop, Migros oder Volg aber zu wenig anbieten (Quelle: Greenpeace).

Wie kannst du Zero-Waste umsetzen?

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und manchmal benötigen die Dinge etwas Zeit. Wir sind auch nicht unfehlbar und trinken Getränke aus PET-Flaschen und bestellen gerne Sushi. Auch wenn es das Beste für unseren Planeten wäre: Kaum jemand schafft es, sein Leben von heute auf morgen komplett umzukrempeln und nur noch ein Glas Abfall im Jahr zu produzieren.

Darum soll es auch nicht gehen. Wie bei fast allem geht es auch beim Konsum um die Menge, Dauer oder Häufigkeit: Zu viel ist nie gut. Und Kleinvieh macht eben auch Mist!

Hier zehn Dinge, die du sofort und unkompliziert umsetzen kannst:

Lieber “Less Waste” als überhaupt nichts, finden wir. Fang also einfach mal mit etwas an, falls du das noch nicht getan hast, und dann lässt sich das wunderbar steigern.

Was sind deine Zero-Waste-Hacks? Lass uns gerne deine Tipps in den Kommentaren da.

Wie vor allem Familien mit kleinen Kindern Abfall einsparen können, erfährst du in unserem nächsten Blogbeitrag.

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